September 30, 2018

Patagonien

Mit der Reise nach Patagonien erfüllte ich mir einen langersehnten Traum. Sei es der Nationalpark Torres del Paine, der einzigartige Gletscher Perito Moreno oder die beiden Granit-Giganten Cerro Torre und Fitz Roy, Patagonien ist für jeden Natur- und Outdoor-Liebhaber ein Paradies.

Cerro Torre & Fitz Roy im Morgenlicht. Aussicht vom «Mirador de los Cóndores».

Cerro Torre & Fitz Roy im Morgenlicht. Aussicht vom «Mirador de los Cóndores».

Sehr eindrücklich: Perito Moreno

Sehr eindrücklich: Perito Moreno

Mount Cerro Torre am Lago Torre

Mount Cerro Torre am Lago Torre

Mirador de las Torres im Torres del Paine

Mirador de las Torres im Torres del Paine


BEST OF PATAGONIEN

Eine Patagonien-Reise ist für die meisten Reisenden ein «once in a lifetime»-Erlebnis. Entsprechend gut informiert und vorbereitet sollte man die Reise in Angriff nehmen. Ich gebe hier gerne meine Erfahrungen und Tipps weiter und hoffe, dass sie für deine Planung nützlich sind. Mein Fokus liegt dabei wie immer auf der Landschaftsfotografie und Outdoor-Abenteuern.

Spektakulärer Sonnenaufgang am Lago Pehoe

Spektakulärer Sonnenaufgang am Lago Pehoe

DIE SUCHE NACH DEN BESTEN FOTOSPOTS

Die Suche nach den besten Fotospots in Patagonien ist nicht allzu schwierig. Auf den bekannten Fotoplattformen wie 500px, Instagram, GettyImages, Fotolia, etc. findet man genügend Inspiration, häufig auch mit GPS-Daten hinterlegt. Zusammen mit Google Earth, photoephemeris.com (Desktop oder App) und einer detaillierten Karte wie z.B. der Trekking Map 1:160’000 of terraQuest kann man sich bestens vorbereiten und wichtige Reiseentscheidungen bereits im Voraus treffen:

  • Wie kommt man zum Aussichtspunkt?
  • Ist der Spot besser bei Sonnenauf- oder untergang?
  • Wo sind die nächsten Camping- oder Parkplätze?
  • Müssen Flüsse durchquert werden (passende Ausrüstung)?
Unglaubliches Wetterglück

Unglaubliches Wetterglück

Cerro Torre eingerahmt

Cerro Torre eingerahmt

Cerro Torre im Morgenrot

Cerro Torre im Morgenrot


MONTE CERRO TORRE & FITZ ROY

Es gibt viele wunderschöne Berge auf der Welt, einige davon durfte ich bereits bereisen. Der Mount Cerro Torre und der Fitz Roy im Los Glaciares Nationalpark haben aber etwas ganz Spezielles an sich, das ich leider nicht in Worte fassen kann. Ich verspürte vor allem einfach ein unbeschreibliches Glücksgefühl darüber, dort zu sein, bei diesen beiden Granit-Riesen.

UNTERWEGS NACH EL CHALTÉN

Die Fahrt von El Calafate nach El Chaltén dauerte einige Stunden, aufgrund der gut ausgebauten Strassen war diese Fahrt aber deutlich schneller und angenehmer als diejenige von Torres del Paine nach El Calafate. Und als die beiden Berge schliesslich am Horizont erschienen, stieg nicht nur die Vorfreude auf die nächsten fünf Tage, sondern auch mein Puls nochmals richtig an. Bevor man El Chaltén erreicht, lohnt sich bei klarer Sicht der eine oder andere Fotohalt. Ein gutes Sujet ist auch die kerzengerade Strasse zum Dorf mit den Bergen im Hintergrund. Mit ein bisschen Glück werden die Gipfel sogar von einer Föhnwelle eingerahmt.

Die letzten Sonnenstrahlen am Mirador Condores

Die letzten Sonnenstrahlen am Mirador Condores

Auf dem Weg nach El Chalten

Auf dem Weg nach El Chalten

DER BERÜHMTESTE AUSSICHTSPUNKT IN EL CHALTÉN

Gleich beim Dorfeingang befindet sich das Besucherzentrum. Von dort aus erreicht man in ca. 20 min. den Aussichtspunkt Mirador de los Cóndores, welchen wir zum Sonnenuntergang und später auch nochmals zum Sonnenaufgang besuchten. Die Aussicht von dort aus ist schlichtweg grandios! Mit ins Gepäck gehören ein 70-200mm Objektiv mit einem Circ-Pol-, ND graduated-Filter und einem stabilen Stativ.

Rote Granitwände im Abendlicht. Aussicht vom Mirador de los Cóndores mit einem 70-200mm Objektiv.

Rote Granitwände im Abendlicht. Aussicht vom Mirador de los Cóndores mit einem 70-200mm Objektiv.

DIE SUCHE NACH DEN «ANDEREN» FOTOSPOTS

Die erste Tageswanderung führte uns zum Aussichtspunkt Loma del Pliegue Tumbado, wobei das Ziel der Wanderung eigentlich nicht das Mirador, sondern der Hang auf der rechten Flusseite des Rio Fitz Roy war. Die Inspiration für diesen Fotospot holte ich mir bei bekannten Fotografen wie Max Rive. «Off trail hiking» ist aber eine grosse Herausforderung, wenn man das Gebiet noch nie zuvor bereist hat. Da die Berge an diesem Tag hinter dicken Wolken verborgen blieben, gaben wir die Suche nach dem perfekten Spot schon frühzeitig auf. Zum Mirador liefen wir auf dem offiziellen Wanderweg zwar trotzdem noch, mehr als Konditionstraining als aus fotografischen Gründen. Die Steinwüste, der starke Wind und die tiefen Wolken sorgten am Ziel aber eher für Ernüchterung.

3-TAGES TREKKING: LAGO TORRE • LAGUNA DE LOS TRES • EL CHALTÉN

LAGO TORRE UND CAMPING DE AGOSTINI

Am darauffolgenden Tag verbesserte sich das Wetter und auch die Prognosen für die weiteren drei Tage waren vielversprechend. In El Chaltén gibt es glücklicherweise verschiedene „Supermercados“, um sich für eine mehrtägige Trekkingtour einzudecken. So machten wir uns nach einer Einkaufstour mit viel Gewicht am Rücken auf den Weg zum Camping de Agostini bei der Laguna Torre, quasi am Fusse des Mount Cerro Torre. Wasser braucht man übrigens keines zu kaufen: Unterwegs kreuzt man diverse Flüsse, und das Wasser aus der Natur schmeckt erst noch besser als das Gekaufte. Die Wanderung zum Lago Torre ist auch bei Tageswanderern beliebt, und so kreuzt man sogar in der Nebensaison noch Hunderte von Touristen. Als wir nach einer mehrstündigen Wanderung den Camping de Agostini erreichten, waren wir erstaunt, wie wenig Leute mit dem Zelt unterwegs sind. Für diesen kostenlosen Zeltplatz ist übrigens keine Anmeldung erforderlich.

Unvergesslicher Sonnenaufgang am Lago Torre mit einer perfekten Spiegelung des Cerro Torre.

Unvergesslicher Sonnenaufgang am Lago Torre mit einer perfekten Spiegelung des Cerro Torre.

Mit leichterem Gepäck machten wir uns anschliessend auf zum See, auch bekannt als «iceberg beach». Die Wanderung zum Mirador Maestri ist lohnenswert und bietet einen Perspektivenwechsel. Der Cerro Torre wirkt von diesem Punkt aus deutlich kleiner, dafür kommt der Glacier Grande wunderschön zur Geltung. Schöne Moosfelder und einzelne Bäume eignen sich perfekt als Vordergrund. Das grösste Highlight am Lago Torre ist jedoch der Sonnenaufgang. Wir hatten unglaubliches Glück, da es völlig windstill war und wir den Cerro Torre dank der perfekten Spiegelung gleich doppelt geniessen konnten.Es waren ungefähr fünf Fotografen vor Ort und wir teilten unsere Glücksgefühle mit einem Zunicken und strahlenden Gesichtern. Wir konnten es alle kaum fassen, was sich uns für eine Aussicht bot!So liessen wir uns viel Zeit und als die ersten Tageswanderer eintrafen, packten wir unser Zelt und machten uns auf den Weg zum nächsten Highlight.

Einsamer Baum unterwegs zum Mirador Maestri

Einsamer Baum unterwegs zum Mirador Maestri

Aussicht vom Mirador Maestri

Aussicht vom Mirador Maestri

LAGUNA DE LOS TRES UND CAMPAMENTO POINCENOT

Die zweite Etappe der Wanderung von der Laguna Torre bis zum Zeltplatz Poincenot ist zwar anstrengender als die erste Etappe, bietet aber wiederum schöne Aussichtspunkte. Ein Grossteil der Wanderung verläuft im Wald und die zweite Hälfte führt an den beiden Seen Laguna Hija und Laguna Madre entlang. Auch der Campamento Poincenot ist anmelde- und gebührenfrei, er war jedoch deutlich besser besucht als der Zeltplatz an der Laguna Torre. Die meisten Wanderer besuchen die Laguna de los Tres im Rahmen einer Tageswanderung von El Chaltén aus. Diese führt quer durch den Zeltplatz und es vergeht deshalb kaum eine Minute, in der nicht mindestens ein Dutzend Wanderer mit Tagesgepäck an den Zelten vorbeizieht. Wir hatten uns jedoch für die antizyklische Variante entschieden, und so stiegen wir erst am späten Nachmittag den steilen und anstrengenden Wanderweg zur Laguna de los Tres hoch. Zu unserem grossen Erstaunen war der See noch vollständig mit Schnee bedeckt. Der Sonnenuntergang wurde somit leider nicht ganz so spektakulär wie erhofft, der Aussichtspunkt mit Blick auf die tieferliegende Laguna Sucia bot dann aber doch noch die Gelegenheit für eine schöne Panoramaaufnahme. Für die Wanderung zurück zum Zeltplatz Poincenot waren wir froh um unsere starken Stirnlampen: Die Nächte hier sind bei Leermond wirklich Stockdunkel!

Panorama von der Laguna Sucia, Mount Fitz Roy und der schneebedeckten Laguna de los Tres

Panorama von der Laguna Sucia, Mount Fitz Roy und der schneebedeckten Laguna de los Tres

Der Zeltplatz liegt am Rande eines Sumpfgebiets. Hier gibt es viele kleinere Teiche und in diesen wiederum spiegelt sich wunderschön der Mount Fitz Roy. Ich hatte mir diesen Fotospot für den Sonnenaufgang ausgesucht – eine gute Wahl. Die perfekte Spiegelung des rotgefärbten Fitz Roy war definitv ein weiteres Highlight. Wenn die Laguna de los Tres nicht mit Schnee bedeckt ist, würde sich bestimmt auch ein sehr früher Aufstieg für den Sonnenaufgang lohnen.

Spiegelung des Fitz Roy in der Laguna de los Tres

Spiegelung des Fitz Roy in der Laguna de los Tres

Und noch eine Spiegelung des Fitz Roy

Und noch eine Spiegelung des Fitz Roy

FITZ ROY HIDDEN FALLS

Entlang des kleinen Baches Arroyo del Santo gibt es Dutzende sogenannte «hidden spots». Ein kleiner Wasserfall mit dem Fitz Roy im Hintergrund ist ein besonders Sujet. Der Wanderweg führt zwar nahe, aber meistens nicht direkt am Bach entlang, weshalb sich der eine oder andere Abstecher durchs Gebüsch lohnt. Kleinere Trampelpfade sind gut sichtbar, denn solche Spots sprechen sich schnell herum.

Fitz Roy und einer der vielen Wasserfälle am Arroyo del Santo

Fitz Roy und einer der vielen Wasserfälle am Arroyo del Santo

Wer alleine unterwegs ist und diese Spots bei Sonnenaufgang besuchen will, der findet zwischen dem Bach und den dichten Gebüschen genügend Platz für ein kleines Zelt. Wildes Zelten ist zwar eigentlich nicht erlaubt, wer sich aber ruhig verhält, in der Natur keine Spuren hinterlässt und auf Gaskocher verzichten kann, sollte es trotzdem wagen können.

In verschiedenen Blogs liest man von Park Rangers, die auch gerne mal Speicherkarten löschen. Ob diese Geschichten stimmen oder nicht, kann ich leider nicht beurteilen. Während der Hochsaison zwischen Dezember und März werden aber bestimmt mehr Rangers unterwegs sein als in der Nebensaison im November und April.


TORRES DEL PAINE

Der wohl bekannteste Nationalpark in Chile zieht jedes Jahr tausende Touristen an. Junge Tramper auf Weltreise treffen hier auf pensionierte All-Inclusive-Reisende.

Sonnenaufgang am Lago Pehoe

Sonnenaufgang am Lago Pehoe

PARKREGELN

Der Massentourismus hinterlässt viele Spuren. Conaf, die «Corporación Nacional Forestal» in Chile, gibt sich grosse Mühe, die Natur zu schützen. Das Resultat sind viele, sehr viele Regeln, an die man sich zu halten hat. Hier eine kleine Auswahl:

  • Wanderwege dürfen nicht verlassen werden
  • Kochen ist nur mit Gaskochern an bestimmten Plätzen erlaubt. Leider zeigen die zahlreichen abgebrannten Bäume im Park deutlich auf, weshalb dies so ist.
  • Wandern bei Dunkelheit ist nicht erlaubt (im Nationalpark gibt es Pumas). Selbst die Camping-Verantwortlichen von Fantástico Sur kannten diese Regel nicht Bescheid, als ich sie darauf angesprochen hatte.
  • Bei einigen Zeltplätzen ist das Kochen (auch mit Gaskocher) komplett untersagt.
  • Dass man auch nicht wild campen darf, versteht sich angesichts dieser Regulierungsflut vermutlich von selbst.
  • ...

Die Parkregeln werden jährlich verschärft und es lohnt sich, sowohl die englische als auch die spanische Website (da die englische Version nicht immer aktuell ist) nach neuen Informationen/Einschränkungen zu überprüfen. Auf keinen Fall solltest du davon ausgehen, dass die Informationen in deinem Reiseführer (auch wenn er frisch publiziert wurde) aktuell sind. Ein „normaler“ permit ist nur für drei Tage gültig. Ausnahmen gibt es für Trekkingfreunde, die den W- oder O-Trek machen. Der W-Trek ist leider auch in der Nebensaison überlaufen. Als Schweizer bin ich es ja gewohnt, dass auf beliebten Wanderwegen viele Wanderer unterwegs sind. Torres del Paine ist aber nochmals eine andere Liga: Hier läuft man teilweise in 1er-Kolonne! Ausserdem liegen meiner Meinung nach die besten Fotostops gar nicht am W-Trek, natürlich mit Ausnahme des Mirador de las Torres.

Unser erster Sonnenaufgang war gleich ein Volltreffer (Cracra Vogel)

Unser erster Sonnenaufgang war gleich ein Volltreffer (Cracra Vogel)

MEINE GEPLANTEN SPOTS IM TORRES DEL PAINE NATIONALPARK

  • Mirador beim Zeltplatz Lago Pehoe
  • Mirador de las Torres (am W-Trek)
  • Mirador Lago Grey (Grey Lake)
  • Mirador Cuernos und Salto Grande Waterfall View
  • Diverse Aussichtspunkte entlang der Strasse zwischen Refugio Pudeto und Porteria Sarmiento

Wer den Anspruch hat, neue Fotospots in Torres del Paine zu entdecken, wird vermutlich enttäuscht (ausser man begibt sich in die „Wildnis“ und verstösst somit gegen fast jede Parkregel). Für die Entdecker unter euch ist der Nationalpark Los Glaciares rund um El Chaltén die bessere Wahl.

Lago Pehoe

This viewpoint is only a 10min walk from Camping Pehoe away. Don't miss it.

This viewpoint is only a 10min walk from Camping Pehoe away. Don't miss it.

Vom Lago Pehoe und dem gleichnamigen Zeltplatz geniesst man einen wunderschönen Ausblick auf die Bergkulisse. Hier haben wir unsere erste Nacht im Park verbracht. Von der atemberaubenden Aussicht kann man kaum genug kriegen, und dieser einfach erreichbare Aussichtspunkt ist definitiv ein «must go». Eine kleine Herausforderung ist die Suche nach einem passenden Vordergrund. Bäume sucht man vergebens und so hofft man auf einen Vogel oder Blumen. Der Aussichtspunkt lohnt sich für den Sonnenauf- und untergang, man erreicht ihn vom Zeltplatz aus zu Fuss in 5-10min. Weitere empfehlenswerte Aussichtspunkte in Fussdistanz sind das Mirador Condor oder die kleine Insel bei der Hosteria Pehoe.

Mirador de las Torres

Das Mirador de las Torres liegt am Anfang bzw. Ende des W-Trek und ist mit der Aussicht auf die drei Zinnen/Torres eines der ganz grossen Highlights des Nationalparks. Unser Plan war eigentlich, den Aussichtspunkt pünktlich zum Sonnenaufgang zu erreichen. Kurz vor unserer Abreise haben wir jedoch per Zufall erfahren (auf der Conaf-Seite stand der Hinweis nur auf der spanischen Seite), dass der nahegelegene und kostenlose Conaf-Zeltplatz Camping Torres die gesamte Saison 20172018 geschlossen bleibt. Der nächstgelegene Zeltplatz Chilena wird von Fantástico Sur betrieben und hätte mehr als $100 pro Person und Nacht gekostet!

Die lange Wanderung hat sich gelohnt: Mirador de las Torres

Die lange Wanderung hat sich gelohnt: Mirador de las Torres

Ich schätze mal, dass sogar das Basecamp auf dem Everest günstiger wäre…
So mussten wir unser Zelt direkt beim Parkeingang aufschlagen und verpassten dadurch den Sonnenaufgang beim Mirador. Wir haben bei unserer Wanderung aber einen kurzen Abstecher zum Zeltplatz Camping Torres gemacht und tatsächlich ein paar wenige Zelte gesehen – ob es sich dabei um Conaf-Mitarbeiter oder um Touristen handelte, weiss ich leider nicht.
Die Wanderung zu den drei Türmen hat sich aber auch ohne Sonnenaufgang gelohnt. Wir hatten wunderbares Wetter und mit einer Spiegelung der Torres im glatten See hätte ich definitiv nicht gerechnet.

Grey Lake

Entlang der 17km langen Strasse vom Camping Pehoe zur Hosteria Lago Grey lohnt sich der eine oder andere Fotostopp. Dieses luxuriöse Hotel wurde am Ende des Sees an einem langen Strand mit schöner Aussicht gebaut und zieht vor allem ältere Besucher in den Nationalpark. Je nach Jahreszeit schwimmen mehr oder weniger grosse Eisschollen im See. Die Schifffahrt, welche im Hotel gebucht werden kann (in der Hochsaison meistens über mehrere Tage ausgebucht), lohnt sich insbesondere für Eisschollen- und Gletscher-Liebhaber.

Mirador Lago Grey

Mirador Lago Grey

Beliebte Schifftour auf dem Lago Grey

Beliebte Schifftour auf dem Lago Grey

Die Bootsfahrt kann übrigens auch als Einstieg zum bzw. Ausstieg vom W-Trek genutzt werden. Beim Schiffsanlegeplatz am See befindet sich ein kleiner Aussichtshügel Mirador Lago Grey, auf dem es tatsächlich auch einige nicht abgebrannte Bäume zu fotografieren gibt. Diese eignen sich perfekt als Vordergrund für ein Panorama-Foto des Lago Grey mit treibenden Eisschollen im Hintergrund.

MIRADOR CUERNOS UND SALTO GRANDE WATERFALL VIEW

Diese kurze Wanderung hat es in sich – hier erlebt man die volle Kraft des patagonischen Windes! Das erste Hightlight gibt es ca. 200m neben dem Parkplatz zu sehen: Den wohl schönsten und am einfachsten zugänglichen Wasserfall Salto Grande. Leider steht man dabei auf der falschen Seite des Wasserfalls, denn die Bergkulisse lässt sich vom Aussichtspunkt aus nicht als Hintergrund des Wasserfalls platzieren.

Bei dieser Aussicht lohnt sich ein Fotostop

Bei dieser Aussicht lohnt sich ein Fotostop

Schwierig einen fotogenen Vordergrund zu finden: Mirador Cuernos

Schwierig einen fotogenen Vordergrund zu finden: Mirador Cuernos

Einige Top-Fotografen wie Marc Adamus haben die andere Seite des Flusses erreicht, indem sie diesen vermutlich mit einem Packraft oder einem vor Ort organisierten Boot überquerten. Diesen Spot hatte ich bei der Planung leider unterschätzt, so dass mir selbst die fotogene Seite verwehrt blieb.
Es lohnt sich auf jeden Fall, die Wanderung bis zum Aussichtspunkt Mirador Cuernos fortzusetzen, das verschiedene gute Spots bietet. Die Suche nach einem passenden Vordergrund ist aber auch hier eine grosse Herausforderung, da leider ebenfalls die meisten Bäume abgebrannt sind.

ZWISCHEN REFUGIO PUDETO UND PORTERIA SARMIENTO

Föhnwolken, Berge und Seen: die Highlights des Torres del Paine National Park

Föhnwolken, Berge und Seen: die Highlights des Torres del Paine National Park

Entlang der Strasse Y-150 gibt es diverse gute Aussichtspunkte und man ist froh um ein Mietauto, mit dem spontane Stopps selber eingeplant werden können. Hier posieren die Vikunjas nicht nur neben, sondern öfters auch mal auf der Strasse, nicht unbedingt zur Freude der lokalen Schnellbus-Fahrer.


Perito Moreno

Kein Patagonien-Reisender will sich die eindrückliche Eiswand des Perito Moreno entgehen lassen. Der Gletscher gehört zum Los Glaciares Nationalpark und ist aufgrund der riesigen Besucherströme auf Massentourismus ausgelegt.

Panorama der Perito Moreno Gletscherwand. Aussicht vom Boardwalk.

Panorama der Perito Moreno Gletscherwand. Aussicht vom Boardwalk.

Das nahe El Calafate ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zum Perito Moreno – neben gefühlten hundert Touranbietern gibt es hier auch viele Hotels, Restaurants und Geschäfte. Weltbekannt sind nicht nur der Gletscher, sondern auch die patagonischen Lamm- und Rind-Grilladen (Parrilla), die im Restaurant La Tablita besonders gut schmecken.

Hier startete unser Ice Trekking

Hier startete unser Ice Trekking

Ein Touristen-Boot vor der riesigen Gletscherwand

Ein Touristen-Boot vor der riesigen Gletscherwand

Den Gletscher konnten wir bereits beim Anflug nach Punta Arenas bestaunen – die Vorfreude war geweckt! Die Fahrt von Torres del Paine dauerte aufgrund der schlechten Strasse (wir hatten uns leider für die Schotterstrasse entschieden) viel länger als geplant und so erreichten wir El Calafate erst knapp vor Ladenschluss. Mit ein bisschen Glück konnten wir bei Hielo&Aventura für den Folgetag trotzdem noch das Big Ice Trekking buchen.

GLETSCHER-TREKKING

Das Gletscher-Trekking auf dem Perito Moreno sollte ein weiteres Highlight dieser Patagonien-Reise werden. Bei bestem Wetter wurden wir von den professionellen Guides über den Gletscher geführt. Die meisten Leute unserer kleinen Gruppe waren zum ersten Mal mit Steigeisen unterwegs. Die Guides sind auch als Bergsteiger/Kletterer unterwegs und ihre interessanten Geschichten rund um den Gletscher und die Natur haben uns sehr beeindruckt. Wer den Perito Moreno ohne Guides bewandern will, kann sich beim Nationalpark melden. Voraussetzung sind neben nachweisbarer Gletschererfahrung natürlich auch eine entsprechende Ausrüstung. Das Big Ice Trekking ist zwar nicht günstig, jedoch absolut lohnenswert. Das Fotografieren rückt ein bisschen in den Hintergrund, viel mehr zählen das Erlebnis, die Eindrücke und das Gefühl, auf dem wohl weltweit bekanntesten Gletscher unterwegs zu sein.

Geltschersee auf dem Perito Moreno

Geltschersee auf dem Perito Moreno

Mit grossen Schritten über den Gletscher

Mit grossen Schritten über den Gletscher

Big Ice Trekking mit Hielo&Aventura

Big Ice Trekking mit Hielo&Aventura

Hunderte Schichten eingefangen mit einem Zoom-Objektiv

Hunderte Schichten eingefangen mit einem Zoom-Objektiv

Glacier Art by Nature

Glacier Art by Nature

AUSSICHT VON DEN BOARDWALKS

Nach der Tour bleibt noch genügend Zeit, um am Ende der Halbinsel auf den gut ausgebauten Boardwalks spazieren zu gehen. Mit ein bisschen Glück kann man von dort aus sehen, wie ein Stück des Gletschers abbricht und für eine kleine Flutwelle sorgt. Ein eindrückliches Schauspiel, das definitiv Suchtpotential hat: An diesem Ort möchte man Stunden verweilen.

Das Boot gibt einen guten Eindruck, wie hoch die Gletscherwand ist

Das Boot gibt einen guten Eindruck, wie hoch die Gletscherwand ist


DIE REISEPLANUNG

In Patagonien könnte man viele Wochen verweilen, die Distanzen sind gross und das Reisen braucht Zeit. Die meisten Reisenden, die Patagonien auf seine Highlights reduzieren, besuchen am Ende die drei folgenden Regionen und Sehenswürdigkeiten:

  • Nationalpark Torres del Paine in Chile
  • Gletscher Perito Moreno in Argentina
  • Nationalpark Los Glaciares in El Chaltén (Cerro Torre & Fitz Roy)

Vicuna im Torres del Paine National Park

Vicuna im Torres del Paine National Park

Hidden Falls mit Fitz Roy im Hintergrund

Hidden Falls mit Fitz Roy im Hintergrund

Sonnenaufgang am Lago Torre

Sonnenaufgang am Lago Torre

Cerro Torre & Fitz Roy im Abendlicht. Aussicht vom «Mirador de los Cóndores»

Cerro Torre & Fitz Roy im Abendlicht. Aussicht vom «Mirador de los Cóndores»

Für diese drei Highlights müssen mindestens zwei Wochen eingeplant werden. Patagonien ist bekannt für seine Wetterextreme und man ist deshalb gut beraten, den einen oder anderen Reservetag einzuplanen. Somit ist es sicherer, drei anstatt zwei Wochen für die Reise einzuplanen. Nun, wir hatten für unsere Patagonien-Reise aber nur zwei Wochen zur Verfügung.

Ein knapp bemessener und flexibler Zeitplan hat aber auch einige Vorteile – man will dann das Maximum herausholen und nicht Stunden an irgendwelchen abgelegenen Bushaltestellen verbringen, nur weil man sich beispielsweise die Automiete sparen wollte. Je straffer der Zeitplan, desto grösser sollte der Aufwand für die Reiseplanung und -vorbereitung sein. Den Faktor «Wetter» kann man in Patagonien schlecht beeinflussen, und so ist man wohl oder übel auch auf ein bisschen Glück angewiesen.

Die beste Reisezeit

  • Vermeide die Hochsaison zwischen Dezember und Februar.
  • Für Landschaftsfotografen gilt der April als der beste Monat: Der patagonische Herbst bringt neben goldenen Farben auch wunderschönes und warmes Licht. Die meisten Touristen sind im April schon weg, was ein weiterer Vorteil ist.
  • Auch der November (Frühling) hat seine Vorteile. Die Blumen blühen und die Bergspitzen wie auch einige Bergseen sind noch gefroren bzw. mit Eis bedeckt. Für unsere Reise hatten wir den November ausgesucht.

Die Anreise

  • Ein Flug nach El Calafate ist zwar nur von Argentinien (z.B. Buenos Aires) aus möglich und meistens auch teurer als die Flüge von Santiago nach Punta Arenas, dafür befindet man sich schon am Ausgangspunkt zum Perito Moreno. Für die Autofahrt von El Chaltén über die Grenze nach Punta Arenas musst du mindestens 10 Stunden berechnen. Unterschätze nicht die teilweise langen Wartezeiten am Zoll, insbesondere, wenn du mit einem Mietwagen unterwegs bist.
  • Einweg-Automieten sind bei den meisten Autovermietern möglich und werden in El Calafate und Punta Arenas angeboten – natürlich aber nur gegen Aufpreis.

Egal, ob dein erstes Reiseziel Punta Arenas oder El Calafate ist…

  • it einem Mietauto (normaler PW genügt) sparst du Zeit und bist flexibel, insbesondere im Torres del Paine Nationalpark. Bei der Reservation muss unbedingt schon angegeben werden, dass das Auto über die Landesgrenze geführt wird, damit der Autovermieter die nötigen Papiere vorbereiten kann. In El Chaltén ist ein Auto nicht zwingend erforderlich.
  • Ein leichtes Vierjahreszelt sowie wetterfeste und warme Kleidung sollten selbstverständlich sein.
  • Campingzubehör und Essen findet man in den grösseren Orten wie Punta Arenas, Puerto Natales, El Calafate oder El Chaltén. Im Torres del Paine Nationalpark gibt es nur wenige Einkaufsmöglichkeiten.

AUSSICHT VOM FLUGZEUG

Die ersten Panoramafotos konnte ich bereits aus dem Flugzeug schiessen – es hatte sich gelohnt, auf einem Fensterplatz in der linken Sitzreihe zu bestehen. Dies als Tipp, falls du ebenfalls den Flug von Santiago nach Punta Arenas buchen solltest.

Luftaufnahme von Mount Fitz Roy & Cerro Torre im Los Glaciares National Park

Luftaufnahme von Mount Fitz Roy & Cerro Torre im Los Glaciares National Park

Luftaufnahme des Perito Moreno im Los Glaciares National Park

Luftaufnahme des Perito Moreno im Los Glaciares National Park


Panorama Gallery of Cerro Torre & Fitz Roy

Maximum Panorama Grösse: 14591x4105px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 14591x4105px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 5873x2349px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 5873x2349px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 5957x2082px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 5957x2082px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 6000x2400px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 6000x2400px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 19927x4568px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 19927x4568px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 7278x4094px, 300dpi

Maximum Panorama Grösse: 7278x4094px, 300dpi


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