October 31, 2018

Alaska

Alaska ist eine Traumdestination für Naturliebhaber, Abenteurer, Fischer, Jäger und natürlich auch für Fotografen. Mit über 100’000 Gletschern, den höchsten Bergen Nordamerikas und den grössten Nationalparks ist Alaska der Inbegriff von Wilderness- und Backcountry-Abenteuern!

Schönste Aussicht auf Mount Denali kurz nach Sonnenaufgang am Wonder Lake Zeltplatz

Schönste Aussicht auf Mount Denali kurz nach Sonnenaufgang am Wonder Lake Zeltplatz

BEST OF ALASKA

Alaska ist voller «best of’s»! Meine Leidenschaft gilt insbesondere den Gletschern und Bergen sowie den weiten und unberührten Landschaften.

Eines von vielen Highlights: Nordlichter im Denali NP.

Eines von vielen Highlights: Nordlichter im Denali NP.

Braunbär (Grizzly)

Braunbär (Grizzly)

Luftaufnahme des grösstes Nationalparks der USA: Wrangell-St. Elias

Luftaufnahme des grösstes Nationalparks der USA: Wrangell-St. Elias

Unsere Reiseplanung

Wir hatten erst Mitte Juli mit der Reiseplanung begonnen – ja, wieder einmal etwas kurzfristig! Unser dreiwöchiges Reisefenster vom 19. August bis zum 8. September war fix und wir wollten so wenig wie möglich im Voraus buchen, um flexibel zu bleiben und uns auch so gut wie möglich nach dem Wetter zu richten.

Beste Reisezeit

Die schönste Reisezeit für Landschaftsfotografen ist während des Indian Summers von Ende August bis Mitte September. Birken, Lärchen und Cottonwood-Bäume sowie die Fireweed-Felder leuchten dann in den schönsten Farben. Zudem sind die Chancen in dieser Zeit gut, um Nordlichter zu sehen. Leider dauert der wunderschöne Herbst in Alaska nur rund 2-3 Wochen.

Während die «fall colors» im Jahr 2017 bereits Mitte August zu sehen waren, dauerte es 2018 wegen des warmen Sommers deutlich länger. So war der Denali Nationalpark bei unserem Besuch immer noch recht grün. Viele Zeltplätze und Park-Services stellen Mitte September den Betrieb ein, weshalb das optimale Reisefenster sehr kurz ist und eine sorgfältige Planung erfordert.

Goldener Herbst in Alaska. Unterwegs am Glenn Highway.

Goldener Herbst in Alaska. Unterwegs am Glenn Highway.

Je flexibler, desto besser

Ein paar Reservationen sind aber trotzdem zwingend erforderlich, wie z.B. der Zeltplatz am Wonder Lake. Die 28 Zeltplätze sind insbesondere bei Fotografen beliebt und in der Regel mehrere Monate im Voraus ausgebucht. Noch bevor wir uns um den Flug nach Alaska kümmerten, reservierten wir deshalb den einzigen noch freien Termin am Wonder Lake – wir hatten grosses Glück, obwohl 2-3 Übernachtungen natürlich noch besser gewesen wären.

Eine weitere Reservation im Voraus war diejenige für die mehrtägige Kayaktour beim Columbia-Gletscher. Das waren dann aber auch schon alle Reservationen, alles Weitere organisierten wir spontan vor Ort.

Kayak-Tour entlang der Eiswand des Columbia-Gletschers im Prince William Sound

Kayak-Tour entlang der Eiswand des Columbia-Gletschers im Prince William Sound

Wer Alaska im Juli und somit in der Hochsaison besucht, wird deutlich mehr planen und vorgängig reservieren müssen. Auch die Preise für Mietfahrzeuge und Unterkünfte sind während dieser Zeit höher als Ende August in der sogenannten «shoulder season».

Eisschollen in der Lagune des Knik-Gletschers

Eisschollen in der Lagune des Knik-Gletschers

Luftaufnahme des Kennicott-Gletschers

Luftaufnahme des Kennicott-Gletschers

Aussicht vom Eielson Alpine Trail auf die Denali Mountain Range

Aussicht vom Eielson Alpine Trail auf die Denali Mountain Range


Denali National Park

Fast alles in Alaska ist gross! Im grössten US-Staat liegt «the great one», wie der Denali (ehemals Mount McKinley) genannt wird. Er ist mit 6’190 Metern Höhe der höchste Berg Nordamerikas und gehört damit zu den so genannten Seven Summits, den höchsten Bergen der sieben Kontinente.

Panorama vom «the great one», Mount Denali (ehemals Mount McKinley) 6'190m

Panorama vom «the great one», Mount Denali (ehemals Mount McKinley) 6'190m

Der Berg der Superlativen und Extreme

Von den Athabaska-Indianern erhielt der Berg den Namen Denali, was „der Grosse“ oder „der Hohe“ bedeutet, die Einwohner von Alaska nennen ihn schlicht "The Mountain". Nur in Europa hat sich der offizielle Name Mt. McKinley (25. amerikanischer Präsident) gehalten. Diese monumentale Erhebung vereinigt diverse Superlative in sich, so ist er z.B. der nördlichste Berg der Erde über 5000m und der höchste Berg Nordamerikas.

Mount Denali Summit (300mm Objektiv)

Mount Denali Summit (300mm Objektiv)

Aus seiner Umgebung steigt der Berg freistehend über 4000m hoch auf, keiner der umliegenden Berge ist auch nur annähernd so hoch. Der Denali gilt als der kälteste Berg der Welt, auch im Sommer sind Temperaturen von -40°C keine Seltenheit. Extrem sind die schnellen Wetterwechsel und die unglaublich starken Winde, die direkt vom Pol kommen. Bedingt durch seine nördliche Lage ist der Sauerstoff-Partialdruck auf dem Gipfel wie im Himalaya auf über 7000m.

Nicht ganz selbstverständlich: Freie Sicht auf Denali

Nicht ganz selbstverständlich: Freie Sicht auf Denali

Anders als in Zentralasien gibt es jedoch keine Sherpas, Besteigungen sind sehr anstrengend und zeitaufwendig. Unter Alpinisten gilt der Berg als extrem schwierig und gefährlich.
Bedingt durch seine enorme Präsenz ist der Denali schon aus sehr grosser Entfernung ein absolut majestätischer und beeindruckender Anblick! Die beste Sicht vom Highway aus hat man an zwei signalisierten Viewpoints. Der Gipfel ist fast immer von Wolken umhüllt, angeblich ist er nur an 30 Tagen im Jahr wirklich sichtbar.

Besucherandrang

Besucherzentrum beim Denali-Parkeingang

Besucherzentrum beim Denali-Parkeingang

Mit über 400'000 Besuchern pro Jahr ist der Denali NP weltweit einer der meistbesuchten Parks. Touristen aus aller Welt kommen hierher, um diesen Berg zu sehen und die 24'281km2 grosse Wildnis zu erleben. Es führt nur eine einzige, 85 Meilen lange Strasse in den Park und man könnte denken, dass dies zu einem riesigen Verkehrschaos führen müsste. Dem ist zum Glück nicht so, weil der Besucherandrang zum Schutz des Parks stark kanalisiert wird. Grundsätzlich hat jeder Besucher zwei Möglichkeiten den Park mehr als nur einen Tag zu besuchen: entweder sucht er sich ein Quartier in der Umgebung oder er bewirbt sich um einen der raren Plätze auf den Campgrounds im Park.

Von A nach B

Der Bus-Service ist besser als man vermuten würde

Der Bus-Service ist besser als man vermuten würde

Während die ersten 15 Meilen mit dem eigenen Fahrzeug befahren werden dürfen, stehen für die Weiterfahrt in den Park ausschliesslich die offiziellen Busse zur Verfügung. Als ich zum ersten Mal von dieser speziellen Transport-Organisation gelesen hatte, war ich ziemlich skeptisch. Welcher Fotograf will schon in Bussen herumgefahren werden – lieber wollte ich selber fahren und anhalten, wo ich will!

Karibu unterwegs im Denali Nationalpark

Karibu unterwegs im Denali Nationalpark

Aber das Transport-System mit den langen und etwas klapprig aussehenden Bussen funktioniert ausgezeichnet und die fast ausnahmslos freundlichen und kommunikativen Busfahrer stoppen auf Wunsch und halten auch selber Ausschau nach Bären, Elchen etc. Die Busse können beliebig verlassen werden: ein lautes „Stop“ genügt und der Busfahrer öffnet auch schon die Tür. Beim Zusteigen läuft es genauso unkompliziert: einfach am Strassenrand den Arm hochhalten und ein Zeichen geben, dass man zusteigen will.

Camper Bus

Denali Camper Bus

Denali Camper Bus

Wer eine Zeltplatz-Reservation vorweisen kann, darf ein Ticket für die Camper-Busse kaufen. Dieses Ticket mussten wir telefonisch im Voraus bestellen - je früher, desto besser!
Der Vorteil der Camper-Busse liegt darin, dass diese deutlich weniger stark belegt sind als die „normalen" Busse für die Tagestouristen. Das ist besonders bei viel Fotogepäck praktisch. Der Camper Bus kostet pauschal um die $55 und kann während des ganzen Aufenthalts frei benutzt werden. Vorausgesetzt natürlich, man kann eine Zeltplatz-Reservation vorweisen.

Wonder Lake, der schönste Zeltplatz im Park

Entlang der 85 Meilen langen Strasse gibt es diverse Zeltplätze. Wir waren je eine Nacht auf dem Riley Creek (Parkeingang), Savage River und Wonder Lake. Keine Frage, das Highlight war der Wonder Lake Campground! Nirgends ist man näher am Berg als hier und die Aussicht ist schlichtweg fantastisch.

Nach dem Sonnenaufgang verzogen sich die Wolken und Mount Denali zeigte sich von seiner schönsten Seite

Nach dem Sonnenaufgang verzogen sich die Wolken und Mount Denali zeigte sich von seiner schönsten Seite

Idealerweise reserviert man frühzeitig ein paar Tage am Wonder Lake. Die 28 Zeltplätze sind in der Regel schnell ausgebucht und der Zeltplatz wird bereits Mitte September für die Saison geschlossen. Ich habe Personen getroffen, die ihr Zelt für 14 Tage am Wonder Lake aufgeschlagen hatten. Dass sie mit 600mm-Objektiven herumliefen, versteht sich vermutlich von selbst. Die Fahrt zum Wonder Lake dauert rund 5-6 Stunden (round-trip 11 Stunden). Der Bus fährt direkt vom Parkeingang zum Zeltplatz, weshalb auch so richtig grosses und sperriges Gepäck mitgenommen werden kann.
Gut, dass es für die Camper-Busse keine Gepäck-Limiten gibt!

Reflection Pond

Einer der besten und bekanntesten Fotospots im Denali: Reflection Pond beim Wonder Lake

Einer der besten und bekanntesten Fotospots im Denali: Reflection Pond beim Wonder Lake

Es sind rund 2 Meilen vom Wonder Lake-Zeltplatz bis zum wohl bekanntesten Tümpel, dem «Reflection Pond». Dank diesem kleinen Teich sieht man – freie Sicht auf den Berg vorausgesetzt – den Denali gleich doppelt. Er liegt direkt an der Strasse nach Kantishna, weshalb hier auch Shuttle Busse für einen kurzen Fotostop halten. Besonders schön sieht der Denali bei Sonnenauf- und untergang aus.

Polychrome Pass

Am Polychrome Pass (Mile 46) legen die Shuttle-Busse eine kurze Pause ein. Die malerische Kulisse auf 1'000m Höhe bietet dramatische Aussichten auf den Toklat River und die verschiedenfarbige Bergkette, deren Gipfel nicht selten mit Schnee bedeckt sind.

Dramatische Stimmung auf dem Polychrome Pass im Denali Nationalpark

Dramatische Stimmung auf dem Polychrome Pass im Denali Nationalpark

Eielson Alpine Trail

Das Eielson-Besucherzentrum (Meile 66) ist der häufigste Umschlagplatz für Tagesausflügler, die mit dem Shuttle oder Tourbus in den Park fahren. Diverse gut ausgebauten Wege führen rund um das Gebäude und bieten atemberaubende Ausblicke auf den Toklat River, die nahe gelegenen Berge und – mit ein bisschen Wetterglück – sogar auf den Denali.

Die eindrückliche Denali Mountain Range vom Eielson Visitor Centers

Die eindrückliche Denali Mountain Range vom Eielson Visitor Centers

Der Alpine Trail startet gegenüber des Besucherzentrums und führt direkt auf den Berg. Der fantastische Ausblick von oben macht den steilen Anstieg von rund 300 Höhenmetern mehr als wett. Es lohnt sich zudem, noch ein bisschen weiter auf dem Bergrücken zu laufen, bis einen ein uneingeschränktes 360°-Panorama erwartet.

Wunderschönes Panorama mit Blick auf Mount Denali am Ende des Eielson Alpine Trails

Wunderschönes Panorama mit Blick auf Mount Denali am Ende des Eielson Alpine Trails

Denali aus der Ferne

Aussicht von Anchorage (Earthquake Park) auf Denali

Aussicht von Anchorage (Earthquake Park) auf Denali

Anchorage

In Anchorage hat man an klaren Tagen die beste Sicht auf den Denali vom internationalen Flughafen aus oder vor allem am Abend im Earthquake Park. Weitere lohnenswerte Aussichtspunkte sind der Elderberry Park in der 5th Avenue und der Parkplatz am Anchorage Market.

Talkeetna

Talkeetna, etwa 185 km nördlich von Anchorage, ist nicht nur für Kater Stubbs bekannt, der dort zwischen 1997 und 2017 als Bürgermeister fungiert haben soll, sondern auch als Basislager für Bergsteiger, die sich von dort aus an den Aufstieg machen. In kleinen Flugzeugen werden sie zum Basecamp geflogen. Touristen nutzen von hier aus hingegen Flightseeing-Rundflüge, die bei gutem Wetter von Talkeetna Air und K2 Aviation angeboten werden.


Nordlichter

Ein weiteres Alaska-Highlight sind die Nordlichter. Die Region um Fairbanks ist perfekt gelegen, um Polarlichter zu sehen - bereits ab Mitte August ist der Himmel dunkel genug für das Naturspektakel. Dies ist ein weiterer Grund, Alaska während der «shoulder season» zu besuchen. Es lohnt sich dann auch, die eine oder andere Nacht draussen zu verbringen und auf die Lichter zu warten.

Aurora Borealis in Form von fallenden Vorhänge (Corona)

Aurora Borealis in Form von fallenden Vorhänge (Corona)

Nordlichter bei Vollmond im Denali Nationalpark

Nordlichter bei Vollmond im Denali Nationalpark

Auf unserer ganzen Reise kontrollierte ich, sofern ich Empfang hatte, den Wetterbericht und die «space weather conditions». Ich hatte das Gefühl, dass kein einziger Amerikaner den Wetterbericht verfolgt. Ist es wirklich ein typisch schweizerisches Phänomen, die exakte Vorhersage für die nächsten Tage zu kennen? Auf jeden Fall stimmten die Prognosen von Meteoblue und SRF Meteo sehr gut, so dass ich bei klarem Himmel, kalten Temperaturen und KP-Werten ab Stufe 3 den Wecker mindestens einmal pro Nacht stellte. Die schönsten Nordlichter hatten wir aber ausgerechnet bei Vollmond im Denali Nationalpark: Wir kamen gerade vom Wonder Lake Campground zurück und übernachteten auf dem Savage River Campground, als plötzlich das Naturschauspiel losging!

Ein Foto mit Seltenheitswert: Nordlicht-Panorama!

Ein Foto mit Seltenheitswert: Nordlicht-Panorama!

Wir konnten unser Glück kaum fassen, so dass wir rund eine halbe Stunde lang einfach nur den Kopf in den Nacken legten und staunten. Das Fotografieren war mir in diesem Moment gar nicht mehr so wichtig, ich wollte diesen Moment einfach nur geniessen und nach oben in den Himmel schauen. Ich hatte schon Nordlichter auf den Lofoten und ein paar wenige auf Island gesehen, aber das hier war eine völlig andere Intensität! In Spiralen kamen die Fäden (oben rot/gelb, unten grün) direkt auf uns zu – das war unglaublich und etwas vom Allerschönsten, das wir auf unserer Reise erleben durften!

Nordlicht-Gewitter im Denali Nationalpark

Nordlicht-Gewitter im Denali Nationalpark

Kurz bevor die intensivste Phase vorbei war, konnte ich doch noch ein paarmal auf den Auslöser drücken. Das Resultat wird dem Live-Erlebnis aber leider nicht annähernd gerecht. Wir fuhren anschliessend ein paar Kilometer vom Zeltplatz und von den hohen Bäumen weg, allerdings hatte die Intensität bis dahin schon deutlich abgenommen.

Als ein paar Stunden später nur noch einige grüne schimmernde Streifen am Horizont zu erkennen waren, gingen wir mit einem Dauergrinsen in unser Zelt und spürten erst dann, wie kalt unsere Finger und Füsse waren. Was für ein Tag! Zuerst der wunderschöne Sonnenaufgang am Wonder Lake mit Ausblick auf den Denali und am Abend die tanzenden grünen und roten Nordlichter: Ein Tag, den wir niemals vergessen werden!


Wrangell-St. Elias Nationalpark

Alaska ist aber viel mehr als „nur“ Denali! Der vergleichsweise unbekannte Wrangell-St. Elias-Nationalpark im südöstlichen Alaska ist der grösste Nationalpark in den Vereinigten Staaten und über 10’000 km2 grösser als die Schweiz. Ein wahres Paradies für backcountry adventures!

Aussicht auf den Root-Gletscher im Abendlicht bei McCarthy

Aussicht auf den Root-Gletscher im Abendlicht bei McCarthy

Stell dir ein Gebiet von der Grösse der Schweiz vor. Jetzt baust du alle Strassennetze, Städte und Dörfer ab und reduzierst die 8 Millionen Menschen auf 40 Einwohner. Das Ergebnis wäre eine Annäherung an den Wrangell-St. Elias Nationalpark. (Source: Lonely Planet)

Im Wrangell-St. Elias Nationalpark befinden sich 9 der 16 höchsten Berge der Vereinigten Staaten. Das Bagley Icefield ist das grösste zusammenhängende Gletscher-Eisfeld ausserhalb der Polregionen und der Nabesna-Gletscher gehört mit einer Länge von 80 Meilen zu den längsten Talgletschern der Erde. In den Park führen nur ein paar wenige schlecht befahrbare Strassen. Hier warten die grossen Outdoor-, Outback- und Wilderness-Abenteuer auf dich.

Luftaufnahme des Kennicott-Gletschers im Wrangell Saint Elias Nationalpark

Luftaufnahme des Kennicott-Gletschers im Wrangell Saint Elias Nationalpark

Backcountry-Abenteuer

Bei mehrtägigen Trekking-Touren im Wrangell-St. Elias Nationalpark ist man so ziemlich auf sich alleine gestellt. Im Gegensatz zum Denali-Nationalpark wird hier keine Bewilligung für Wilderness Trekking benötigt. Bärensichere Lebensmittelbehälter werden vom Park Visitor Center zur Verfügung gestellt. Für solche Touren lässt man sich am besten mit dem Flugzeug in den Park fliegen und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt am vereinbarten Ort wieder abgeholt. Wer sich lieber einer organisierten Tour anschliesst, findet hier passende Angebote:

Wrangell St. Elias ist ein Paradies für Backcountry- & Wilderness-Abenteuer

Wrangell St. Elias ist ein Paradies für Backcountry- & Wilderness-Abenteuer

Kennecott Kupfermine

Kennicott und McCarthy, tief im Herzen des Wrangell-St. Elias National Park and Preserve gelegen, vermitteln dem Besucher einen Eindruck von Alaskas vergangener Bergbau-Ära und bieten ausgezeichnete Freizeitmöglichkeiten.

Alaskas vergangene Bergbau-Ära: Die Kupfermine von Kennecott

Alaskas vergangene Bergbau-Ära: Die Kupfermine von Kennecott

Heute ist Kennicott eine „ghost town“ und in McCarthy leben ganzjährig nur ein paar Dutzend Leute. Als in den 1900er Jahren hier in der Gegend Kupfer entdeckt wurde, gründete eine Gruppe wohlhabender Investoren die Kennecott Copper Corporation (die unterschiedliche Schreibweise geht auf einen früheren Schreibfehler zurück), um die unglaublich reichhaltigen Kupferadern in den schroffen Bergen oberhalb des Root Glaciers auszubeuten. Das Unternehmen baute die Copper River & Northwest Railroad, die das Kupfererz von Kennicott zum nächsten Hafen in Cordova transportieren sollte, und gründete die „Company Town“ Kennicott. Zwischen 1911 und 1938, als die Produktion in der Mine auf Hochtouren lief, erzielte die Firma einen Umsatz von mehr als 100 Millionen USD.

Nicht verpassen: Museumstour durch die roten Gebäude

Nicht verpassen: Museumstour durch die roten Gebäude

Blick von der Kupfermine über den Kennicott-Gletscher

Blick von der Kupfermine über den Kennicott-Gletscher

Da Glücksspiel und Alkohol in der „Company Town“ Kennicott verboten waren, wurde das benachbarte McCarthy ganz schnell zu demjenigen Ort, wo die Minenarbeiter „Wein, Weib und Gesang“ in den Saloons, Restaurants, Hotels, Spielhallen, Läden und - ja, in der Tat - einem Rotlichtbezirk fanden. Etliche Gebäude aus der damaligen Zeit werden immer noch genutzt und sind im „National Register of Historic Places“ eingetragen.

Dank der Renovation sind die Gebäude für die Museums-Tour wieder zugänglich

Dank der Renovation sind die Gebäude für die Museums-Tour wieder zugänglich

In McCarthy gibt es das sehenswerte McCarthy-Kennecott Historical Museum. Tourorganisatoren bieten ausserdem ein breites Spektrum an Abenteuern, von Gletscherwanderungen und Wildwasser-Rafting bis hin zu Flightseeing-Touren.

Lagune des Kennicott-Gletschers in McCarthy

Lagune des Kennicott-Gletschers in McCarthy

In den letzten Jahren hat der National Park Service die meisten der Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Mine restauriert, so dass heute Touren angeboten werden, auf denen das riesige Minengebäude, Schlafbaracken, ein Zugdepot, Hütten der Bergarbeiter und das Kraftwerk besichtigt werden. Die roten Gebäude mit ihren weissen Umrandungen heben sich in auffälliger Weise vom spektakulären Hintergrund aus Bergen und Gletschern ab, was die ganze Gegend hier zum Traum eines jeden Fotografen werden lässt.

Root-Gletscher in Kennicott

Entlang des Root Glacier Trails mit schönsten Ausblicken auf den Root-Gletscher

Entlang des Root Glacier Trails mit schönsten Ausblicken auf den Root-Gletscher

Mehrere Wanderwege beginnen in der Nähe der Mine, wie der Root Glacier Trail, der direkt zur Gletscherwand des Root Glaciers führt. Ein anderer Wanderweg ist der Bonanza Mine Trail, ein etwas längerer Wanderweg von über 9 km Länge, welcher zu den Überresten der früheren Kupfermine führt. In dieser Gegend hat es viele Beeren und somit auch Bären – deshalb unbedingt Bärenspray mitnehmen!


Prince William Sound

Die mehr als 50’000 km lange Küste Alaskas ist länger als alle restlichen Küsten der USA zusammen. An dieser Küste befinden sich zahlreiche Gletscher, doch der Columbia-Gletscher ist der weltweit am besten erforschte Gezeitengletscher. Bezeichnet werden damit Gletscher, die im Meer enden und die durch das sogenannte Kalben Eisberge produzieren. Um der bis zu 80m hohen Eiswand und den schwimmenden Eisbergen möglichst nahe zu kommen, eignen sich Kayaks besonders gut. Ausserdem lässt sich mit einem Kayak das «Sea Life» deutlich intensiver erleben als mit einem motorisierten Boot.

Gehört auf jede «Bucket List»: Kayaking im Prince William Sound

Gehört auf jede «Bucket List»: Kayaking im Prince William Sound

Valdez

Valdez wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts als Hafen für die Goldsucher angelegt. Im Jahre 1964 wurde das Dorf durch das Karfreitagsbeben und eine unmittelbar darauf folgende Flutwelle aber fast vollständig zerstört. Das heutige Valdez wurde daraufhin einige Kilometer weiter westlich neu aufgebaut.

Die beiden Wasserfälle entlang der Strasse nach Valdez: Horsetail Falls und Bridal Veil Falls

Die beiden Wasserfälle entlang der Strasse nach Valdez: Horsetail Falls und Bridal Veil Falls

Ihre heutige Bedeutung verdankt die Stadt ihrer Rolle als wichtigster eisfreier Hafen Alaskas und Endpunkt der quer durch den gesamten Bundesstaat führenden Trans-Alaska-Pipeline. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort als Namensgeber des Öltankers Exxon Valdez, der 1989 in der Nähe havarierte und eine Ölpest verursachte, bei der rund 42 Millionen Liter Rohöl ins Meer flossen und deren Folgen bis heute spürbar sind.

Columbia-Gletscher

Der Columbia Gletscher in den Chugach Mountains ist ein Gezeitengletscher, der von ca. 3000 m Höhe direkt in einen Fjord fliesst. Er ist heute einer der sich am schnellsten ändernden Gletscher der Welt: zwischen 1980 und 2011 hat sich der Gletscher um mehr als 20 km zurückgezogen. Gleichzeitig hat er die Hälfte seines Volumens und seiner Dicke verloren.

Herrlicher Strand mit Ausblick auf die Eiswand des Columbia-Gletschers im Prince William Sound

Herrlicher Strand mit Ausblick auf die Eiswand des Columbia-Gletschers im Prince William Sound

Zwischen 2007 und 2010 löste sich die Gletscherzunge vom Grund und begann, auf dem Wasser zu treiben - die Folge war ein verstärktes Kalben von grossen Eisbergen. Bis 2030 wird der Gletscher wahrscheinlich vor der Küstenlinie enden.

Gezeitengletscher

Beste Position um das Kalben zu beobachten

Beste Position um das Kalben zu beobachten

Das spezielle an sogenannten Gezeitengletscher (Tidewater Glacier) ist, dass sie direkt ins Meer kalben. Der Columbia-Gletscher ist der grösste Gezeitengletscher im Prince William Sound. Der Gletscher wurde nach der New Yorker Columbia University benannt. Er zieht sich rasant zurück und verliert regelmässig tonnenschwere Eisberge. Wissenschaftler prognostizieren, dass der Columbia Gletscher in 50 Jahren noch halb so gross sein wird wie heute.

Auch Landschaftsfotografen kommen am Prince William Sound voll auf ihre Kosten

Auch Landschaftsfotografen kommen am Prince William Sound voll auf ihre Kosten

Kayak Camping Tour beim Columbia-Gletscher

Unsere dreitägige Kajaktour mit Pangaea war ein sensationelles Erlebnis, nicht nur dank dem perfekten Kayak-Wetter. Das Paddeln zwischen den Eisbergen und an der riesigen Eiswand des Columbia-Gletschers macht genauso Spass wie das Beobachten des «Sea Lifes». Seeotter und Robben sind genauso neugierig wie wir, so dass wir uns gegenseitig unter die Lupe bzw. Linsen nahmen. Wir schlugen unsere Zelte an den schönsten und einsamsten Buchten im Prince William Sound auf und genossen fantastische Sonnenauf- und untergänge.

Wunderschönes Panorama bei unserem 2. Zeltplatz über die Chugach-Mountains am Heather Bay (Prince William Sound)

Wunderschönes Panorama bei unserem 2. Zeltplatz über die Chugach-Mountains am Heather Bay (Prince William Sound)

«Camp life» am Prince William Sound

«Camp life» am Prince William Sound

Kayaking entlang schwimmender Eisberge

Kayaking entlang schwimmender Eisberge

Sea Life

Mit dem Kayak kommen wir den Seeotter richtig nahe

Mit dem Kayak kommen wir den Seeotter richtig nahe

Der Prince William Sound ist ein idealer Ort zum Beobachten der Tierwelt. Das Kayak eignet sich besonders gut, um nahe und auf Augenhöhe an die Tiere zu kommen. Mit ein bisschen Glück sieht man auch Weisskopfseeadler oder Braunbären, die sich von den Lachsen ernähren, die stromaufwärts zu ihren Sommerlaichplätzen schwimmen. Aber auch im bzw. auf dem Wasser gibt es viel zu entdecken – Seeotter, Robben oder die Seelöwenkolonie am Bull’s Head, ein idealer Ort um die Seelöwen beim Faulenzen zu beobachten.

Worthington-Gletscher

Der Worthington Glacier liegt in den Chugach Mountains und befindet sich ganz in der Nähe des Thompson Pass. Der Arm des Worthington Gletscher reicht bis fast an den Richardson Highway. Es ist einer der am leichtest zugänglichen Gletscher Alaskas.

Gletscher-Panorama am Ende des Worthington Ridge Trails

Gletscher-Panorama am Ende des Worthington Ridge Trails

Die lange Gletscherzunge des Worthington-Glaciers

Die lange Gletscherzunge des Worthington-Glaciers

Wer den Gletscher nicht nur von der Strasse bzw. Aussichtsplattform sehen möchte, sollte sich den Worthington Glacier Ridge Trail nicht entgehen lassen, ein ziemlich steiler aber sehr empfehlenswerter Wanderweg entlang der Moräne bis direkt zum Gletscher. Von dort geniesst man ein einmaliges 270° Gletscher-Panorama.


Chugach Mountains

Gleich hinter der Stadtgrenze von Anchorage beginnt der drittgrösste State Park in Amerika. Er bietet eine Fülle von Aktivitäten, von Wandern und Klettern, über Ski- und Snowmobilfahren bis hin zu Backpacking-Touren und Wildtierbeobachtungen. Der Chugach State Park folgtder Chugach Range, die sich 320 Kilometer der Küste entlang von Anchorage bis nach Kanada zieht.

Indian Summer in Alaska. Fotografiert entlang des Glenn Highways mit Blick auf die Chugach Mountains.

Indian Summer in Alaska. Fotografiert entlang des Glenn Highways mit Blick auf die Chugach Mountains.

Glenn Highway

Diese wunderbare Panoramaroute ist rund 217 km lang und bietet spektakuläre Ausblicke auf die schöne Landschaft Alaskas. Die Route führt nördlich von Anchorage den majestätischen Talkeetna Mountains entlang und mit Blick auf die Chugach Mountains bis Glennallen. Unterwegs kommt man an vielen lohnenswerten Aussichtspunkten auf Gletscher, Berge und Flüsse vorbei.

Glenn Highway etwa 30km vor Glenallen mit Mount Drum im Hintergrund

Glenn Highway etwa 30km vor Glenallen mit Mount Drum im Hintergrund

Knik Gletscher

Der Knik Gletscher liegt nördlich der Chugach Mountains und ist in rund einer Stunde von Anchorage aus erreichbar. Der über 28 lange und 5 Meilen breite Eisfluss gehört zu den grössten in Zentral-Alaska.

Fotogene Nebelschwaden ziehen sich entlang der Chugach Mountains. Im Vordergrund die Eisschollen des Knik-Gletschers.

Fotogene Nebelschwaden ziehen sich entlang der Chugach Mountains. Im Vordergrund die Eisschollen des Knik-Gletschers.

Knik-Gletscher im trüben & nassen aber fotogenen Wetter

Knik-Gletscher im trüben & nassen aber fotogenen Wetter

Mit dem Boot zur Lagune des Knik-Gletschers

Mit dem Boot zur Lagune des Knik-Gletschers

Um den Knik Gletscher aus der Nähe zu erleben, bucht man entweder eine Helikopter-, ATV- oder Truck-Tour. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir uns für die Tour mit dem Monster Truck entschieden, was eine gute Wahl war. Wir fuhren mit dem Truck zuerst durch Bäche und Flüsse, bevor wir auf ein Boot umstiegen. Die Lagune beim Knik-Gletscher war voll mit Eisschollen, und von einem kleinen Hügel aus hatten wir eine schöne Übersicht. Das regnerische und düstere Wetter erfreute dabei mehr den Fotografen als den Touristen in mir – besonders die an den Chugach Mountains vorbeiziehenden Nebelschwaden und die blauen Eisberge hatten es mir angetan.

Matanuska-Gletscher

Bergpanorama am Glenn Highway im Abendlicht

Bergpanorama am Glenn Highway im Abendlicht

Der Matanuska-Gletscher östlich von Anchorage ist als einziger Gletscher Alaskas direkt mit dem Auto erreichbar. Es handelt sich dabei um einen 44 Kilometer langen Fluss aus Eis, der den Chugach Mountains entspringt. Am nächsten kommt man dem Eis in Glacier Park am Glenn Highway bei Mile 102. Besucher gelangen auf einer gebührenpflichtigen Privatstrasse zu einem Parkplatz direkt an der Endmoräne.

Südlich von Glacier Park (Mile 101 am Glenn Highway), befindet sich direkt am Highway die Matanuska Glacier State Recreation Site mit einem Campingplatz, einem Rastplatz und tollen Ausblicken zum Gletscher. Bei der King Mountain State Recreation Site (Mile 76) gibt es noch einen weiteren Campingplatz, der wunderschön am Ufer des Matanuska River mit Blick auf den King Mountain liegt. Zwischen Matanuska Gletscher und King Mountain findet man zahlreiche Lodges und Bed & Breakfasts, einige sogar mit Gletscherblick.


Kenai Halbinsel

Südlich von Anchorage liegt der Kenai Fjords Nationalpark. Hier kommen alle auf ihre Kosten: Die Fischer in Cooper Landing oder Homer, die Gletscherliebhaber beim Harding Ice Field, die Kayaker in den zahlreichen Meeresbuchten und für Wildlife-Beobachter gibt es nebst den Bären, Elchen und Seeadlern auch Orcas, Finnwale, Buckelwale, Belugawale und Zwergwale zu sehen. Der Turnagain Arm ist eine von nur etwa 60 Buchten weltweit, in der sich eine Gezeitenwelle bildet. In dieser Bucht kann der Tidenhub bis zu acht Meter betragen.

Die Kenai Halbinsel ist nicht nur für Fischer ein Paradies, sondern auch für Landschaftsfotografen

Die Kenai Halbinsel ist nicht nur für Fischer ein Paradies, sondern auch für Landschaftsfotografen

Turnagain Arm

Ausblick auf das Kenai Inlet am Turnagain Arm

Ausblick auf das Kenai Inlet am Turnagain Arm

Beim Turnagain Arm handelt es sich um die Fortsetzung des Cook Inlets im Golf von Alaska. Eine Besonderheit ist der stark ausgeprägte Tidenhub, also der unterschiedliche Wasserstand zwischen Ebbe und Flut, der beim Turnagain Arm bis zu 12 Meter betragen kann! Die Rückkehr der Flut kann zu einer bis zu 1,80 m hohen Gezeitenwelle führen. Für die Welle waren wir leider einen Tag zu früh dort, konnten den Unterschied zwischen Ebbe und Flut aber trotzdem miterleben.

Der Meeresarm erhielt seinen Namen im Jahr 1778 von Kapitän Cook: Der musste sein Schiff wenden, weil die Passage keine Durchfahrt bot.

Harding Icefield & Exit Glacier

Der Harding Ice Field Trail ist eine der schönsten und eindrücklichsten Tageswanderungen

Der Harding Ice Field Trail ist eine der schönsten und eindrücklichsten Tageswanderungen

Acht Meilen ausserhalb von Seward, am Ende der Exit Glacier Road, befindet sich der eindrucksvolle Exit Glacier. Ein rund 12 km lange Wanderweg (Harding Ice Field Trail) führt der Gletscherzunge entlang hinauf in das Gletscherspeisgebiet, das Harding Icefield. Dieses mächtige Eisfeld speist über 30 Gletscher und bedeckt eine Fläche von 780 Quadratkilometern im Kenai Fjords Nationalpark.
Wer mit leichtem Gepäck unterwegs ist, sollte die Gelegenheit nutzen und am Ende des Trails sein Zelt aufschlagen.

Das Harding Icefield – eine riesige Eiskappe

Das Harding Icefield – eine riesige Eiskappe

Exit-Gletscher während des «Indian Summers»

Exit-Gletscher während des «Indian Summers»

Unterwegs auf dem Harding Ice Field Trail

Unterwegs auf dem Harding Ice Field Trail


Alltag in Alaska

Auch Street Photographers kommen in Alaska auf ihre Kosten. Die Sujets gleichen sich in fast jedem Dorf: Tankstellen, Gebäude von Freikirchen und Wohnhäuser, bei denen man nicht so genau weiss, ob sie bereits verlassen wurden oder noch bewohnt werden.

Street Photography made in Alaska

Street Photography made in Alaska

Selbst Highways sind in Alaska fotogen

Selbst Highways sind in Alaska fotogen

Downtown Copper Center

Downtown Copper Center

Beim «Hub of Alaska» in Glennallen trifft man sich

Beim «Hub of Alaska» in Glennallen trifft man sich

Knallige Regenschirme in mystischer Landschaft

Knallige Regenschirme in mystischer Landschaft


Bären, Elche und weiteres Wildlife

Wer an Alaska denkt, denkt auch immer an das vielfältige Wild- und Sea Life. Man hat das Gefühl, dass jeder in Alaska auch ein Jäger und Fischer ist. Besonders in den Sommermonaten, wenn die Lachse zurück vom Meer zu ihren Laichplätzen schwimmen, freuen sich nicht nur die Bären, sondern auch die aus aller Welt angereisten Fischer. Bären und Elche sind omnipräsent – der Respekt von diesen Tieren ist riesig und das ist gut so.

Alaska-Murmeltier im Denali Nationalpark

Alaska-Murmeltier im Denali Nationalpark

Elche

Elch im AWCC beim Turnagain Arm

Elch im AWCC beim Turnagain Arm

Sie gehören zu den beliebtesten Fotoobjekten in Alaska und die meisten Besucher sind verblüfft, wie gross Elche sind. Bullen wiegen rund 700 Kilo und erreichen eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern. Die Neugeborenen können bereits am ersten Tag auf ihren eigenen staksigen Beinen stehen. Sie wiegen rund 13 Kilo bei der Geburt, legen aber innerhalb von fünf Monaten das Zehnfache an Gewicht zu. Elche sind die grössten Vertreter der Familie der Hirsche, und Alaska ist ihr weltweit grösster Lebensraum. Das Geweih der Bullen erreicht seine maximale Grösse im Alter von 10 Jahren, und sie werden rund 16 Jahre alt.

Braunbären (Grizzlys)

Braunbär im AWCC

Braunbär im AWCC

Braunbären werden deutlich grösser als Schwarzbären. Man kann sie gut voneinander unterscheiden, wenn auch nicht unbedingt – wie man vermuten könnte – durch die Fellfarbe. Die Braunbären auf Kodiak Island bilden eine eigene Untergruppe, weil sie einerseits genetisch und geografisch isoliert und andererseits deutlich grösser sind als ihre Artgenossen auf dem Festland. In Dokumentationen sind meist Grizzlys die Hauptdarsteller, weshalb sie das Bären-Image besonders geprägt haben.

Schwarzbären

Schwarzbären sind die kleinsten unter den drei Bärenarten in Alaska (neben Grizzlybären und Eisbären). Ihre Schnauze ist etwas spitzer als die der Grizzlys und entgegen ihrem Namen sind sie nicht nur schwarz. Ihre Fellfarbe kann von weiss oder cremefarben bis braun oder zimtfarben variieren. Im Sommer sind die Schwarzbären damit beschäftigt, sich den Bauch mit Lachs und Beeren vollzuschlagen. Innert ein paar Monaten können sie dadurch um einige hundert Pfund zulegen.

Dallschafe

Die weissen Punkte sind Dallschafe. Fotografiert mit einem 300mm-Objektiv im Denali NP.

Die weissen Punkte sind Dallschafe. Fotografiert mit einem 300mm-Objektiv im Denali NP.

Typisch für die Dallschafe sind ihre weit geschwungenen Hörner, die bei näherer Betrachtung auch das Alter der Tiere verraten. Die Hörner wachsen pro Jahr während drei Jahreszeiten, nur im Winter setzt das Wachstum aus. Manche Böcke weisen einen so genannten „full curl“ auf, was bedeutet, dass ihr Horn zu einem vollständigen 360 Grad Ring geschwungen ist. Besonders häufig sind Dallschafe entlang des Seward Highways südlich von Anchorage zu sehen, parallel dazu verläuft auch die Alaska Railroad. Zugpassagiere können die weissen Dallschafe deshalb oft von den glasverkuppelten Waggons aus sehen.

Karibus

Karibu im AWCC

Karibu im AWCC

Karibus gehören zur Familie der Hirsche und sehen ihren engen Verwandten, den Rentieren, sehr ähnlich. Anders als bei anderen Hirschen wachsen sowohl Männchen wie Weibchen Geweihe, wobei die Geweihe der Männchen aber deutlich grösser sind. Das Geweih ist von einer samtenen Schicht ummantelt, die jedes Jahr abgeworfen wird und nachwächst. Karibus gehen in riesigen Herden auf Wanderung und wenn eine solche Herde den Highway überquert, müssen Auto-, Motorrad- und Wohnmobilfahrer oft lange warten, bis es weitergeht. Doch ein solches Erlebnis bleibt dafür auch unvergesslich. Alaskas Karibus verteilen sich auf 32 Herden mit über 950’000 Tieren.

Moschusochsen

Junger Moschusochse im AWCC

Junger Moschusochse im AWCC

Die rund 2’200 in Alaska lebenden Moschusochsen kennzeichnet ein urzeitliches Aussehen: ihr Fell ist lang und ihre Hörner sind nach vorne gebogen. Ihre Vorläufer kamen vor 90’000 bis 200’000 Jahren nach Nordamerika. Die Behaarung unter dem Fell, Qiviut genannt, ist noch feiner als Kaschmir. Im Sommer halten sich diese Tiere gerne im den fruchtbaren und nahrungsreichen Flusstälern auf, während sie im Winter in höher gelegene Regionen wandern.

Seeotter

Seeotter im Prince William Sound

Seeotter im Prince William Sound

Unglaublich aber wahr: Seeotter haben die Entwicklung des modernen Alaska entscheidend mitgeprägt. Seit jeher haben Entdecker über das verschwenderisch grosse Vorkommen von Seeottern in Alaska gestaunt. Nachdem der dänische Seefahrer Vitus Bering (nach ihm ist die Beringsee benannt) im Jahr 1742 von seiner Alaska-Entdeckungsreise im Auftrag des russischen Zaren zurückgekehrt war, regte er an, in Alaska einen Stützpunkt für den Handel mit Otterpelzen einzurichten. Von da an wurden die Otter gnadenlos gejagt und nahezu ausgerottet. 1911 wurde jedoch ein Gesetz zum Schutz der Seeotter erlassen, das ihren Bestand allmählich wieder sicherstellte. Seeotter gehören zur Familie der Marder. Die kalten Wassertemperaturen können ihnen nichts anhaben, da eine Luftschicht unter ihrem Fell die eigene Körperwärme isoliert. Besucher erfreuen sich an ihrem Anblick, wie sie lässig auf dem Rücken treibend Muscheln und andere Meeresfrüchte verspeisen.

Robben

Die Pelzrobben waren eigentlich der Grund für die ersten Besiedlungen in Alaska im frühen 18. Jahrhundert. Russische Einwanderer betrieben einen florierenden Handel mit Robbenfellen, was beinahe zur Ausrottung der Tiere führte. Im Zuge eines staatlichen Schutzprogramms konnte sich der Robbenbestand aber wieder erholen und liegt heute bei schätzungsweise 200’000 bis 300’000 Exemplaren. Als Säugetiere brauchen Robben Sauerstoff zum Atmen, doch ansonsten sind sie optimal an das Leben am und im Meer angepasst. Sie können 200 Meter tief tauchen und die Luft bis zu 20 Minuten lang anhalten, ausserdem ernähren sie sich von all den Köstlichkeiten, die das Meer hergibt. Die besten Fische und Meeresfrüchte stehen auf ihrem Speiseplan – beneidenswert!

Wölfe

Wolf im AWCC

Wolf im AWCC

Nicht nur Hundebesitzer wissen, dass der Hund vom Wolf abstammt. Wölfe und Hunde sind Rudeltiere, und ihr Verhalten innerhalb des Rudels ist streng hierarchisch strukturiert. Wolfsrudel setzen sich zumeist aus je sechs bis sieben Tieren zusammen. Kämpfe untereinander sind eher selten und kommen meist dann vor, wenn das Futter knapp ist. Der Mythos von „bösen Wolf“ mag weit verbreitet sein, doch in Wahrheit sind Angriffe auf Menschen höchst selten. Meist ziehen sich Wölfe zurück, wenn sie die Nähe von Menschen wittern. Daher sind Wölfe, trotz ihrer grossen Anzahl in Alaska, relativ selten zu sehen. Im Gegensatz zu Elchen oder Bären halten sie sich kaum in der Nähe von Highways oder Wanderwegen auf.

Lachse

Lachse sind in Alaska allgegenwärtig. Insbesondere im Sommer, in der Hochsaison für Angler, sind manche Flüsse von den Unmengen an Lachsen regelrecht verstopft. Das Züchten von Lachsen ist in Alaska verboten, so dass man es zu 100 Prozent mit Wildlachs zu tun hat. Fünf verschiedene Lachsarten kommen in Alaska vor: Neben den berühmten Königslachsen sind es Silber-Lachse, Pink-Lachse, Chum-Lachse und Rot-Lachse. Auch wenn sie sich in Geschmack, Farbintensität und Größe unterschieden, gelten sie alle als Delikatessen. Lachse kommen in Flüssen zur Welt. Gleich danach schwimmen sie ins Meer und verbringen dort die meiste Zeit ihres Lebens, bevor sie nach Jahren zum Laichen an ihren Geburtsort zurückkehren und dort sterben.

Alaska Wildlife Conservation Center (AWCC)

Einblick in die Tierwelt Alaskas

Einblick in die Tierwelt Alaskas

Das Alaska Wildlife Conservation Center (AWCC) liegt am Ende des Turnagain Arms, eine Stunde südlich von Anchorage. Das Center versorgt bedürftige Tiere und gibt den Gästen einen Einblick in die erstaunliche Tierwelt Alaskas. In Zusammenarbeit mit dem «Alaska Department of Fish and Game» beherbergt das AWCC Tiere, die allein nicht überleben könnten, in der Hoffnung, sie wieder in die Wildnis zu entlassen. Eines der grössten Projekte des Centers ist die Wiederansiedlung von wilden «wood bisons» in der Wildnis Alaskas. Aus einer ursprünglichen Herde von 13 Tieren sind inzwischen mehr als 70 geworden. Das AWCC versorgt eine Vielzahl weiterer Wildtieren, wie Bären, Elche, Moschusochsen, Adler und Kojoten.


Nach der Reise ist vor der Planung

Für unsere erste Reise nach Alaska hatten wir uns einige Highlights ausgesucht, die wir dank ein bisschen Wetterglück alle voll und ganz geniessen konnten. Wir fuhren in diesen drei Wochen rund 2’800km. Lieber etwas weniger fahren, dafür mehr erleben!

Panorama der Chugach Mountains entlang des Glenn Highways

Panorama der Chugach Mountains entlang des Glenn Highways

In Alaska könnte man gut und gerne mehrere Monate verbringen – es gibt so unglaublich viel zu erleben. Meine «Bucket List» wurde mit dieser Reise wohl eher grösser als kleiner, aber das ist gut so.

Backcountry Adventures im Wrangell-St. Elias Nationalpark

Unterwegs mit Wrangell Mountain Air

Unterwegs mit Wrangell Mountain Air

Alaska ist der Hotspot für Backcountry-Abenteuer – hier lässt sich die Wildnis erleben!
Wir hatten im Wrangell-St. Elias Nationalpark leider nur 2 Nächte zur Verfügung – viel zu kurz für ein Backcountry-Abenteuer, das ich mir somit für meinen nächsten Besuch aufspare. Die beste Zeit für Backcountry Trekkings ist zwischen Ende Mai und Anfang August.

Arrigetch Peaks - Alatna Packraft im Gates of the Artic Nationalpark

Nachdem ich zum ersten Mal Fotos von den Arrigetch Peaks gesehen hatte, war für mich klar: da will ich hin!
Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn der Park ist riesig und völlig unerschlossen. Die rund zweiwöchigen Packraft- und Trekking-Touren versprechen dafür aber Wildnis pur!

Alaska Wildlife

Jeder kennt die Fotos: In den Flüssen stehende Bären, welche die flussaufwärts schwimmenden und springenden Lachse in der Luft abfangen und sich so den Bauch für den langen Winter füllen. Diese Fotos kannst du quasi kaufen: buche im Juli bei den Brooks Falls im Katmai Nationalpark eine Lodge und bring ein 300mm-Objektiv mit, dort kann man direkt von der Holzterrasse aus diesem Spektakel zusehen. Ein solches 2-3 tägiges Abenteuer kostet allerdings mehrere tausend Dollar - ich persönlich würde dieses Geld lieber in ein Backcountry-Adventure investieren. Den Bären an den Brooks Falls sehe ich trotzdem zu – über die Webcams!

Die Wildlife-Fotografie in Alaska erfordert viel, sehr viel Aufwand und eine Top-Ausrüstung! Da mir dies bewusst war und ich die Wildlife-Fotografie nicht so im Fokus hatte, fotografierte ich die Tiere halt einfach dort, wo es eben Gelegenheit dazu gab. Ich wartete auf keine Bären oder Elche und wanderte auch nicht die Berge hoch, um Dallschafe zu fotografieren. Vielleicht werde ich bei meiner übernächsten Alaska-Reise mehr Fokus auf die Wildlife-Fotografie legen. Bis dahin bleibe ich liebend gerne bei den fantastischen Landschaften, einzigartigen Gletscher-Riesen und eindrücklichen Bergen!
Aber keine Frage, Bären live sehen und erleben zu können ist ein einmaliges Erlebnis.


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